Templates entwerfen
Seit ca. einem Jahr beschäftige ich mit der Entwicklung von Templates, weil ich in der Anwendung von Content-Management-Systemen die Zukunft von Webseiten sehe.
Es ist für Webseitenbetreiber eine sichere und weit weniger zeitaufwändige Methode Inhalte webgerecht ins Netz zu transportieren ohne dabei auf individuelle Gestaltung verzichten zu müssen. Grafisch und gestalterisch lassen sich, wenn die Struktur einmal steht, Webseiten schnell in ein sehr individuelles Design umwandeln und das, im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, bei einem weit geringerem Arbeitsaufwand, was sich letztendlich positiv auf die Kosten einer Seite auswirkt. Webseiten müssen heute nicht mehr jedes Mal neu erfunden werden und müssen auch kein Vermögen mehr kosten.
Fraglich allerdings ob es nicht gerade dies ist, was manchen Leute brauchen, denn “was viel kostet muss auch gut sein” steckt sicherlich noch in vielen Köpfen. Schwer begreiflich zu machen, dass ausgerechnet das in Sachen Webdesign sorgfältig zu überprüfen ist.
Was mir jedoch etwas Kopfzerbrechen bereitet ist das Erstellen des Designs auf eine bestimmte Zielgruppe hin. Da ich ja zum Zeitpunkt der Entwicklung keine persönlichen Gespräche mit zukünftigen Benutzern eines Templates führe, basiert der Gesamteindruck allein auf meinen eigenen Vorstellungen von einer gewissen Zielgruppe, einem Themenbereich, einer Branche. Die Templates sind dann wohl so gut oder so schlecht wie meine Fähigkeit ein bestimmtes Lebensgefühl von innen heraus zu spüren und dieses in ein Design umzusetzen. Gut, wenn das Feedback sich in etwa mit dem Angedachten deckt – es muss jedoch etwas schief gelaufen sein, wenn dabei etwas gänzlich anderes herauskommen würde.
Jüngste Diskussionen ob Margeriten im naturheilkundlichen Bereich als aussagefähiges Symbol eingesetzt werden können und anschließendem schriftlichen Austausch darüber machten mir nur wieder einmal deutlich, wie unterschiedlich doch Eindrücke sein können und wie unterschiedlich auch die Bewertung der Treffgenauigkeit von Formulierungen sein kann. Um Missvertsändnissen vorzubeugen : In dieser Unterhaltung war es weniger das Template sondern eher mal die verbale Kommunikation, die für Verwirrung sorgte.
Was aber kann ich tun um zukünftig in meiner Designaussage noch genauer zu werden?
- Genaue Recherche über ein bestimmtes Berufsfeld. Was z.B. tut ein Naturheilkundler und was will er? Was möchte ein Architekt, ein Apotheker oder die kleine Änderungsschneiderei von nebenan?
- Inneres Brainstorming machen und frei assoziierte Wörter aufschreiben, sortieren und wieder wegstreichen.
- Welches der Wörter wäre ein zentrales Schlüsselwort?
- Welche Farben, welche Schriften würden zu diesem Schlüsselwort passen?
- Thema Bildauswahl. Hier kann das Pferd sowohl von vorne als auch von hinten aufzäumen. Manche Designer finden zuerst ein Bild und entwickeln dann daraus eine Vorstellung für eine ganze Webseite, andersherum ist es aber auch möglich zuerst das Thema zu formulieren und dann nach einem geeigneten Bild zu suchen. Letzere Methode ist jedoch u.U. sehr viel zeitaufwändiger und die Suche nach einem geeigneten Bild kann zur Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen ausarten.
Und dann scheint es mir auch einen eklatanten Unterschied darin zu geben ob ich ein Template für Leute entwerfe, die sich ohnehin selber auch mit Webdesign befassen oder ob es für Menschen ist, die ansonsten nicht so viel mit dem Internet zu tun haben.
Erstere Gruppe bevorzugt klar abgegrenzte Designs, wenig Schickymicky, deutlich sichtbare Ordnung, deutlich sichtbare Strukturen, Eindeutigkeit, Verzicht auf alles Überflüssige. Solche Designs, die für mich persönlich hohe Qualität bedeuten, würden jedoch von “Outsidern” eher negativ bewertet. Kommt man jedoch den Wünschen nach mehr Effekten nach, wird es schwer, nicht vom Grat runterzufallen und designmäßig im Kitsch zu landen.





Tja. Siehste. Wir können es nur falsch machen. Ich gehöre j auch zur Fraktion, die schon einmal dem Idealistmus und Individualismus den Vorzug geben. Letzlich kann man sich nur über Idealismus und Individualismus von der Masse abheben und als Vorreiter eine Masse anführen. Das Dumme nur, dass nur eine ganz kleine Zahl derer, die Mut zum Individualismus zeigen, je eine Masse anführen und richtig gut verdienen.
Aber zum Trost ich bin überzeugt eine Nische richtig besetzt und indiviuell seinen Idealismus leben kann das Einkommen tragen. Zumindest ist es immer ein Versuch Wert und im Internet auch keine große Investition, einmal von der Zeit die in Projekten steckt abgesehen.
Pharmazie ist, soweit ich da richtig informiert bin ein Universitätsstudiengang mit einer strengen Approbationsordnung und kann man nicht an einer Fachhochschule lernen. Aber: wie heißt es doch so schön? Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse und so hast auch du mich missverstanden, wenn du annahmst, dass ich Apothekern nicht zutraue selber Entscheidungen zu treffen. Es ist nur so, dass gerade in diesem Berufsfeld gemeinhin bekannt ist, dass das Kaufmännische oft im Vordergrund steht.
Schade eigentlich, denn Apotheker können sehr viel mehr als nur Medikamente über den Ladentisch reichen. Diese Kernkompetenz tritt jedoch, nicht zuletzt weil Werbemedien dieses Klischee bedienen und bedient haben, oft in den Hintergrund. Evtl. und gerade in heutigen Zeiten ein fataler Fehler? Um sich gegen die Billig-Konkurrenz aus dem Internet abzuheben wäre gerade heute besser mit Wissen um das Vertrauen der Kunden zu werben, zu zeigen, dass sie mehr drauf haben. Aber gut – Wenn’s einem Apotheker so reicht weil er den Akzent auf Masse und Verkauf setzt, würden Margeriten wohl sicher die richtige Wahl sein.
Möchte ich jedoch als Apotheker oder Naturheilmediziner Fachkompetenz darstellen meiner Meinung nach eher nicht. Aber da sind wir dann wieder bei meiner Ausgangsfrage : Was will eine Webseite, wen will sie ansprechen und wie. Welche Botschaft packe ich in das Template rein so dass einerseits von der zukünftigen Webseite die richtigen Signale ausgehen, andererseits sich aber auch noch Leute für das Template interessieren. Wirtschaftlich nutzt es mir persönlich ja nun auch nicht so viel, wenn ich nicht verstanden werde *heul* und dann doch lieber zu Klischees gegriffen wird ;-) …
Apotheker werden setzt eine Ausbildung an einer Fachhochschule voraus, wenn ich mich nicht irre. Das heißt dieser Berufsstand sollte die Angemessenheit oder Unangemesseneheit beurteilen können. Jedoch hast Du mich missverstanden, wenn Du der Meinung bist ich wolle Dir die Margeriten als die beste Option für Naturheilkundler schmackhaft machen. Das war schon nicht meine Absicht in dem Text. Da ging es mehr darum den Begriff zu verwenden bei einem Template das meiner Meinung hinreichend passt und das dann ;-) angepasst wird. Was bei mir auf jeder Seite dick und rot hinterlegt angeregt wird.
Hallo Silke,
absolut passende Templates – d’accord aber ein Bestreben so weit wie möglich ran zu kommen – immer. Was den Musiker angeht – da gehen unsere Meinungen etwas auseinander, bzw. es kommt evtl. auch drauf an was ich mit einer Webseite will.
Unter Umständen hängt das damit zusammen, dass ich von Beruf Architektin bin und wahrscheinlich genauso wie der Musiker reagiert hätte, wenn man mir auf meiner Webseite ein Bild vorschlagen würde, dass zwar massenwirksam ist, mir aber in Fachkreisen eher zum Nachteil reichen würde und mein Image auch kaputt machen kann.
Ich habe mir auf diversen Template-Downloadseiten Designvorlagen zum Thema Architektur angeschaut. Es stimmt was du da sagst und aus Sicht der Werbung sind sicherlich viele Templates dabei, die in Bildern genau das rüberbringen, was sich Nicht-Fachleute unter einem Architekten vorstellen. Leider muss man aber auch dazu sagen. Würde sich nämlich mit so manchem Template auch nur ein Architekt im Internet präsentieren, hätte er 100pro die Lacher seiner Kollegen auf seiner Seite. Zu berücksichtigen hierbei ist, dass es bei vielen Freiberuflern Kammern gibt, die ohnehin ein Auge auf das Ansehen des Berufsstandes haben und von daher ist es mir in Einzelfällen nicht egal, ob Sachverhalte auch mal falsch dargestellt werden dürfen, weil es sich so besser fotografieren lässt.
Was besagte Margeriten-Debatte angeht bleibt’s dabei. Einig sind wir uns ja, dass es etwas mit Naturgesundheit zu tun hat, mit was Erdigem, mit Mutter Natur … usw. So weit gehe ich ja mit, persönlich würde ich aber dieses Bild niemandem empfehlen, dem es auf seiner Webseite, auch oder sogar vorrangig, um Seriösität in der Darstellung seines Berufes und seiner Person geht, der qualitativ hochwertige Leistungen erbringen möchte, dem Menschen ihre Gesundheit anvertrauen sollen. Für eine Naturheilpraxis wären mir die Margeriten einfach nicht ernst genug, massenwirksame Werbung zu platt. Klar, dass sie was Frisches haben, das war ja auch beabsichtigt, aber das reicht imho in Einzefällen nicht.
Aber ok – es mag dennoch auch bei dem einen oder anderen Naturheilmediziner ankommen. ich kann es nur aus meiner Perspektive vermuten und mich auch irren. Es ist halt ein Template und ohne das persönliche Gespräch kann man es nicht ganz genau wissen und im Zweifelsfall wäre es ja auch kein Problem den Header auszutauschen … z.B. auch ganz einfach selber, indem man dazu ein nettes, kleines Plugin namens HG-Defintion einsetzt.
BTW: Soviel ich weiß haben Apotheker keine Kammer ;-)
Ich glaube nicht, dass man für imaginäre Kunden schon das absolute treffende Template erzeugen kann, denn es wird immer welche geben, die das anders sehen. Es gibt in stock-xChange ein Bild von einem Saxophon. Dieses Bild entstand für ein Jazzfestival und wurde vom Musiker abgelehnt, weil der Winkel in dem das Saxophon aufgenommen wurde, erkennen ließ, dass man so das Instrument nicht spielen könne.
Wenn Du mich fragst hat der Musiker hier etwas missverstanden. Das Bild wird nie in seinem Konzert auftreten, ein korrekter Winkel mag unmöglich sein zu fotografieren, denn es muss ja Musiker, Instrument und Beleuchter und Beleuchtung sowie Fotograf und Fotoapparat mit einander agieren und da könnte der richtige Winkel zu einem faden Foto führen.
Das Foto, das ich sah war rattenscharf und auch nachdem ich wusste, dass man so das Musikinstrument nicht spielen könne, hat es mich nicht interessiert.
Es geht eben nicht darum, dass in dem Icon alles perfekt aus der Sicht des Experten ist, sondern, dass der Betrachter damit ein inneres Bild aufbauen kann und dass die Ästhetik stimmt.
Man kann beides das Icon aus Sicht des Experten korrekt gestalten und für den Laien ein ästhetisch ansprechendes Bild finden, doch ich bin überzeugt, dass das mit dem jeweiligen Experten gelöst werden muss, denn hier hat jeder Experte seine eigenen Vorstellungen.
Templates für den Imaginäeren Kunden sind ohnehin nur eine Annäherung und eine Anpassung ist immer möglich. Ich sehe das also nicht so eng.
In dem speziellen Fall hatte ich sogar die Margerite recherchiert. Es ist eine Heilpflanze aus der laut Roche ein Wirkstoff bei Rosetten gewonnen wird. Hihihi. Es ist nicht allgemein bekannt und daher ungeeignet als Icon herzuhalten, aber die makelose Margerithe steht für eine gesunde Wiese. ich kenne Mageriten eigentlich nur übersäht mit Läusen und angefressen von anderen Insekten. :-) Nein im Ernst, die Margerite macht auf einem Foto i.R. mehr her als das Gänseblümchen oder die Kamille, dass diese also von Designern genommen wird, hat wieder etwas mit der Bildwirkung zu tun und nicht mit dem Symbolgehalt und der ‘gemeine’ Betrachter und potentielle Kunde ist auf dieses Bild und Apotheke und Kräuterheilkunde ein Stück weit auch von den ollen Werbefuzzis geeicht. ;-)