Lernen mit Weblogs
Es ist schon etwas deprimierend zu sehen, wie langsam multimediale Möglichkeiten Einzug in die Schulen halten, wie wenig Begeisterung vorhanden ist – bei Schülern und Lehrern. Nicht bei allen, aber bei denen, die ich kenne schon. Ich will niemanden Unrecht tun und vielleicht ist mein Blick auch etwas verstellt, da ich mich ja schon mehr als der normale Mensch mit dem Internet und PC beschäftige. Möglicherweise hängt meine Messlatte auch etwas hoch, denn bei mir ist es Hobby, Beruf und Leidenschaft zugleich. Ok – das kann man nicht bei jedem voraussetzen, aber mit ein bisschen wäre es ja auch schon getan.
Wenn ich dann jedoch sehe, dass es in manchen Unterrichtsfächern regelrecht verboten ist seine GFS mit Unterstützung von Powerpoint vorzutragen, geht mir der Hut hoch. Sicherlich, eine gute Präsentation ist nicht Powerpoint allein. Das Reden und sich dabei bewegen gehört ebenso dazu, die gut aufbereitete Struktur eines Vortrages, die Aufbereitung eines Sachthemas ist immer noch die gleiche. Egal ob es sich um das “Referat” von 1981 handelt oder um die GFS von 2007 uns sicherlich, manche Leute sind einfach talentierte Redner, die brauchen so etwas nicht.
Sinn und Zweck ist aber meines Erachtens bei Schülerarbeiten nicht nur der effektive Vortrag, bei dem man mit (gut gemachter und nicht übertriebener) multimedialer Unterstützung den Zuhörer, im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, auf mehreren Ebenen erreichen kann. Für Schüler und Lernende sollte es eine logische Schlussfolgerung aus Pisa sein, dass man sich beim Vorbereiten eines Vortrages selber am besten in eine Materie einarbeitet. Indem man sich vorstellt, wie man anderen etwas beibringt, kommt man von ganz alleine drauf ein Thema ohne viel stures Auswendiglernen von innen heraus zu durchdringen und wirklich zu verstehen.
Ein Grund zum Beispiel warum ich dieses Weblog habe.
Themen, die mich interessieren habe ich ausprobiert und indem ich versuche zu erklären, arbeite ich es selber durch. Weblogs sind meiner Ansicht nach auch gut für Schüler geeignet bestimmte Sachthemen in eigener Regie zu erarbeiten und aufzubereiten. Weblogs kann man für alles gebrauchen. Schüler könnten sich untereinander über die Themen unterhalten und schulübergreifende Blogosphären statt Schulklassen bilden … Lernen ganz anders. Es macht mich total kribbelig, wenn ich sehe wie viele Möglichkeiten den Kindern von heute einfach abhanden gehen, wieviele Chancen auf ein neugieriges Lernen, auf Spaß beim Lernen und Entdecken einfach versacken und nicht genutzt werden.




