Leseempfehlung – Transcending CSS

Neben aller Begeisterung für das Web bin ich auch ein Mensch, der Bücher seit eh und jeh liebt. Schon als Kind habe ich viel gelesen, oft bis spät in die Nacht. Während ich mich anfangs gern in die Inhalte einer spannenden Geschichte verlor, kam später ein Affinität für schön gestaltete Bücher hinzu: ich liebe Papier, das Format, die Schriftgestaltung, die Farben und ansprechende Bilder.
Transcending CSS ist ein Buch welches ich jedoch nicht nur wegen der optischen Aufmachung empfehlen möchte. Das wäre zu wenig, wenn gleich es sicherlich ein Hochgenuss ist, in diesem Schmuckstück zu blättern und zu stöbern.
Transcending CSS möchte ich jedem fortgechrittendem Webdesigner empfehlen, der schon einiges über die Techniken weiß, dem Designer, der so wie ich, manchmal in einem Loch hängt und sich die Haare rauft weil es scheinbar mehr gordische Knoten gibt, als man dachte. Dieses Buch ist, wie es selber im Geleitwort von David Shea heißt, “mehr als eine trockene Abhandlung von Listings” – und ich kann bestätigen, dass ich das auch so empfinde.
Hierzu der Autor, Andy Clarke:
Ich bin Designer und entwerfe für mein Leben gern. Ich wünsche mir, dass ich eines Tages mal Sachen mit Kultstatus entwerfen kann [...] Halten Sie mich für verrückt, aber ich liebe es einfach fürs Web zu designen.
Das Web hat mir nicht immer Freude bereitet. In meiner Karriere hätte ich nach tagelangem Frust schon oft den Computer liebend gerne aus dem Fenster geworfen. Nachdem ich mich ewig mit irgendwelchen Problemen herumgeschlagen hatte, erschein mir die Vorstellung erstrebenswert in einem Gewächshaus Gemüse zu züchten und dabei nur ein altes Radio als Gesellschaft zu haben. Dann machte ich mich doch wieder an die Arbeit und hatte nach kurzer Zeit das Problem gelöst. Meine Leidenschaft für das Web war wieder da.
War es dieser Satz, der bei mir sofort Sympathien weckte? Vielleicht, denn Andy Clarke beschreibt hier sehr gut, wie es mir und sicherlich auch vielen meiner Kollegen manchmal geht. Die Glücksgefühle, der Flow wenn einem mal etwas gelungen ist und der Frust und die Tage an denen man einfach nichts klappen will und man alles und jeden an die Wand klatschen könnte weil es “die” Lösung und “das” ultimative Deisgn scheinbar nicht gibt.
Das Buch hilft sich aus den Fesseln dessen was geht und was nicht geht zu befreien, eine andere Perspektive einzunehmen und sich über die teilweise doch recht dogmatische Schwarz-Weiß-Malerei drüberzustellen, damit zu arbeiten statt darin in Frust unterzugehen. Es macht Mut sich seine Kreativität zu erhalten, aus sich raus zu gehen und immer wieder zu versuchen visuelles Design mit technischen Anforderungen optimal zu verknüpfen.
Der Inhalt
Das Buch teilt sich in vier Kapitel: Entdeckung – Designprozess – Inspiration – Transzendenz
Bei der Entdeckung geht es schwerpunktmäßig darum warum es wichtig ist stets mit einem inhaltsbezogenem Ansatz und sinnvoll geordnetem, semantisch korrektem Markup zu arbeiten. Im Designprozess geht es darum das aussagekräftige Markup mit dem visuellem Design zu kombinieren. Im Kapitel Inspiration wird sehr ausführlich auf Grid-Layouts eingegangen und Möglichkeiten Neues aus Altbekanntem zu entwickeln. Schlussendlich will das Kapitel Transzendenz alles zusammenbringen. Hier werden insbesondere die unterschiedlichen Positionierungsarten vorgestellt und besprochen wie man diese technischen Möglichkeiten nutzen kann um ein Design umzusetzen.
Abschließend
kann ich sagen, dass sicherlich nicht alles was an Technik in diesem Buch vorgestellt wurde für mich neu war. Jeder, der schon css-Designs erstellt hat, wird mit den meisten Dingen schon einmal in Berührung gekommen sein. Wie eingangs jedoch schon erwähnt, ist das bloße Abhandeln von technischem Know-how auch gar nicht das Anliegen des Buches. Vielmehr eröffnet es, unter Berücksichtigung aller rein technischen Erfordernisse, kreative Spielräume und fordert auf mit diesen Gegebenheiten zu experimentieren, sich nicht unterkriegen zu lassen und sich “nach vorne” zu entwickeln.




